Gmünd freut sich auf die EM-Helden

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Die erste Europameisterschaft findet vom 1. bis 5. Juni in Schwäbisch Gmünd auf dem Marktplatz statt

Nur noch wenige Tage müssen sich die Fans des Footvolley-Sports gedulden. Vom 1. bis 5. Juni steigt die erste Europameisterschaft in Gmünd. Neben dem Spitzensport dürfen sich die Zuschauer auf zahlreiche Höhepunkte freuen, die in der Rems-Zeitung in den nächsten Tagen vorgestellt werden. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

Von Jörg Hinderberger

em01Nach den beiden erfolgreichen Sparkassen-Footvolley-Cups in den Jahren 2014 und 2015 bewarb sich der Deutsche Footvolley-Verband gemeinsam mit der Touristik und Marketing GmbH Schwäbisch Gmünd im Rahmen des zweiten Europäischen Footvolley-Kongresses der EFVL im Oktober in Albufeira (Portugal) um die Ausrichtung der Footvolley-Europameisterschaft 2016. Die großartige Unterstützung der Touristik und Marketing GmbH und der Stadt Schwäbisch Gmünd, die beeindruckende Kulisse des Spielortes inmitten des historischen Markplatzes und vor allem die Begeisterung des Gmünder Publikums haben die EFVL davon überzeugt, die Europameisterschaft in Schwäbisch Gmünd ausrichten zu wollen.

„Die EM nach Schwäbischen Gmünd zu holen, ist ein weiterer Meilenstein der deutschen Footvolley-Geschichte. Gamundia ist in der Szene bereits weltbekannt und ein Begriff. Man wird hier neue Maßstäbe setzen, die dem Sport und seiner Entwicklung sehr gut tun werden“, äußerte sich Dennis Bessel, Präsident des Deutschen Footvolley-Verbandes nach der Bestätigung der EFVL.

Mit der Einreichung des Finanzierungsplans zum 31. Dezember 2015 konnte der Deutsche Footvolley-Verband dank der Unterstützung der regionalen Unternehmen die letzte Anforderung erfüllen.

Ein Ball, Sand und ein Netz sorgen für spektakuläre Ballwechsel Footvolley entstand, wie die verwandte Sportart Beach Soccer, in Brasilien und wird bereits seit 1960 an den Stränden Brasiliens gespielt. In den letzten zehn Jahren entwickelte sich dieser Sport dort zu einem Volkssport und große Turniere mit gefüllten Arenen und hohen Preisgeldern sind seitdem an der Tagesordnung. Durch Footvolley erhalten die Sportler eine technisch hervorragende Ausbildung.

Die Koordination auf Sand wird stark gefördert, so dass Ausdauer, Ballgefühl und Körperbeherrschung sich entwickeln können. Außerdem entfällt jeglicher Körperkontakt, das heißt, es finden keine Zweikämpfe wie beim Fußball statt.

2003 gründeten in Köln die führenden Länder Frankreich, Italien, Holland und Deutschland die Europäische Footvolley Federation (EFVF), um Regeln zu vereinheitlichen und eine Europäische Liga ins Leben zu rufen.

Die Regeln in Kürze:

Spielfeld: Das Spielfeld gleicht einem Beachvolleyball-Feld mit den Gesamtmaßen 16 m x 8 m (8 m x 8 m pro Feld). Der Center Court sollte mit feinem Quarzsand gefüllt sein, frei von Steinen und eine Mindesthöhe von 35 cm haben.

Spielball/Netz: Der Ball sollte nicht bis zum vollen Anschlag aufgepumpt und leicht einzudrücken sein. Die offizielle Netzhöhe beträgt 2,20 m.

Satzlänge: Ein Satz geht bis 18 Punkte. Jeder Punkt zählt. Beim Stand von 18:17, ist ein Zwei-Punkte-Vorsprung erforderlich. Maximal wird bis 21 gespielt.

Anzahl der Spieler: Ein Team besteht aus zwei Spielern. Gespielt werden darf mit allen Körperteilen, außer den Händen und Armen.

Spielbeginn: Jede Angabe wird vom Boden mit dem Fuß ausgeführt. Der Spielball darf maximal einen Meter hinter der Grundlinie auf einem Sandhügel platziert werden. Ein Spieler führt die Angaben solange durch, bis die andere Mannschaft durch Punktgewinn die Angabe erhält. Bei Rückgewinn wechselt die Angabe innerhalb des Teams.

Ballkontakte: Jedes Team hat maximal drei Kontakte pro Angriff, wobei ein Spieler nie zweimal hintereinander den Ball berühren darf.

Netzberührung: Berührt ein Spieler während eines Ballwechsels das Netz, erhält das gegnerische Team einen Punkt.

Ziel des Spiels: Den Ball regelgerecht über das Netz auf den Boden der gegnerischen Spielfeldhälfte zu bringen und zu verhindern, dass er in der eigenen Spielfeldhälfte zu Boden fällt.

Weitere Informationen zu den Regeln erhalten die Zuschauer vom 1. bis 5. Juni dann vor Ort.

„Ich habe die Macht und bestimme, dass Schwäbisch Gmünd die Footvolley-Stadt Nummer eins in Deutschland ist“, sagte Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold nach der vergangenen Veranstaltung. Und Arnold gab gemeinsam mit Robert Frank von der Touristik und Marketing GmbH bekannt: „Wir werden diesen faszinierenden Sport auch im Jahr 2016, nämlich vom 1. bis 5. Juni, ein drittes Mal auf dem Gmünder Marktplatz präsentieren.“ Ramona Kunz, Vorsitzende des Stadtverbands Musik und Gesang, saß bei der zweiten Auflage bei einem Kaffee mit ihren zwei Freundinnen gemütlich am Spielfeldrand des Footvolley-Cups und genoss die Stimmung. „Sensationell finde ich es hier. Vor allem aber, dass das Turnier direkt auf dem Marktplatz stattfindet. Das ist einfach nur genial für uns als Zuschauer. Man kann entspannt hier sitzen und den tollen Teams zuschauen. Da wird einem auch einiges für das Auge geboten“, lächelte sie, „aber natürlich auch in sportlicher Hinsicht ist das ein einziger Augenschmaus.“ Kunz gefiel außerdem das internationale Aufgebot des Footvolleys. „Klasse finde ich zudem noch Mo Obeid, der beste Mann hier.“ Auch im ersten Jahr war Ramona Kunz beim Footvolley zu Gast. „Wir haben viel Publikum, der Sport kommt in Gmünd an und etabliert sich.“ Auch Marita von Woellwarth, eine 24-jährige Restaurantfachfrau, die als Zuschauerin unterwegs war, bewundert Mo Obeid (spielt für das deutsche Team) und bezeichnet sich selbst als seinen größten Fan. „Er ist für mich einfach der beste Spieler. Man sieht ihm an, wie sehr ihm der Footvolley Spaß macht. Ich bewundere diese Sportart, habe selbst früher Fußball gespielt und mich fasziniert dabei die ganze Technik.“ Zwölf Nationen kämpfen um die EM-Krone Der auf dem Gmünder Marktplatz in den letzten beiden Jahren erfolgreich veranstaltete Internationale Footvolley-Cup hat die Trendsportart populär gemacht. „Wir wollen noch mehr Leute damit infizieren, wollen Footvolley noch mehr in die Breite bringen“, sagte der Leiter des Amtes für Bildung und Sport, Klaus Arnholdt, beim Pressegespräch zur Europameisterschaft, die laut Organisationsleiter Sascha Kühne zwischen 8000 und 10 000 Zuschauer auf den Marktplatz locken soll. Robert Frank von der Touristik und Marketing GmbH freut sich im Nachhinein, dass die Gmünder 2013 auf den Footvolley-Zug aufgesprungen sind. „Es war die richtige Entscheidung, 2014 und 2015 war die Stimmung ungebrochen.“ Mit der Europameisterschaft setze man nun in diesem Jahr noch einen drauf.

Vom 1. bis zum 5. Juni soll aber nicht nur der Marktplatz wieder in einen Copacabana-Strand verwandelt werden. „Auf dem Johannisplatz wird es ein zweites Spielfeld geben“, gab Frank bekannt. Dort können sich nicht nur die EM-Teilnehmer aufwärmen, sondern kann man selbst sein Footvolley-Talent testen.

Mit dem Internationalen Footvolley-Cup hat Schwäbisch Gmünd in den letzten beiden Jahren laut Sascha Kühne Maßstäbe gesetzt – nicht nur national, sondern europaweit. An der EM nehmen 16 Mannschaften teil. Als Gastgeber kämpft der Deutsche Footvolley Verband mit mindestens zwei Teams um den Titel. Drei Startplätze werden zuvor beim Qualifikationsturnier am 1. und 2. Juni ermittelt. Dort kann sich auch noch eine dritte deutsche Mannschaft qualifizieren.

Der Donnerstag ist den Schulen und Hobbyteams gewidmet, ehe die Profis dann ab Freitag um die EM-Krone kämpfen. Folgende Nationen haben sich qualifiziert: Österreich, Belgien, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweiz, Spanien und England.

Zeitplan:

1. und 2. Juni: Qualifikationsturnier der Profis mit fünf Nationen – Österreich, Schweiz, Deutschland, Niederlande, Portugal – diese Nationen kämpfen um drei freie Plätze beim Hauptturnier.

2. Juni: Schülerturnier und Hobbyturnier

3. bis 5. Juni: Hauptturnier um den EM-Titel sowie zahlreiche Höhepunkte rund um die Spielfelder auf dem Marktplatz und Johannisplatz – unter anderem treten zwei Frauen-Teams aus Italien und Holland gegeneinander an.